Ehrenpromotion von Nobelpreisträger Prof. Dr. Herbert Kroemer

Nobelpreisträger Prof. Dr. Herbert Kroemer erhielt am 20. Mai 2008 die Ehrendoktorwürde der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Universität Jena für seine fundamentalen Beiträge auf dem Gebiet der Halbleiterheterostrukturen.

Er gilt als einer der "Väter" der modernen Informationstechnologie: der Physiker Prof. Dr. Herbert Kroemer. Bereits in den 1950er Jahren - Jahrzehnte bevor an eine technische Umsetzung seiner Ideen zu denken war - hat er das physikalische Konzept der sogenannten Halbleiterheterostrukturen entwickelt, das heute in Handys, CD-Spielern oder dem Internet technischer Standard ist. "Eine bahnbrechende Pionierleistung", nannte Prof. Dr. Friedhelm Bechstedt, Direktor des Instituts für Festkörpertheorie und -optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Arbeit seines Fachkollegen. Weitere sollten folgen: In den 1960er Jahren erfanden Herbert Kroemer und der russische Physiker Schores Alfjorow unabhängig voneinander den Halbleiterheterostruktur-Laser, die Grundlage für die gesamte heutige Glasfaser-Kommunikation, wofür beide im Jahr 2000 mit dem Physik-Nobelpreis geehrt wurden.

Seine wissenschaftlichen wie familiären Wurzeln hat Kroemer in Thüringen: 1928 in Weimar geboren, nahm er 1947 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sein Physik-Studium auf, was er ein Jahr später an der Universität Göttingen fortsetzte. Dort wurde Kroemer 1952 promoviert. Anschließend arbeitete er als "angewandter Theoretiker" - wie er sich selbst gerne nennt - im Forschungszentrum der Deutschen Bundespost in Darmstadt, bevor ihn seine Karriere Mitte der 1950er Jahre in die USA führte. Nach Stationen in Princeton, Palo Alto und Boulder ging er 1976 an die University of California (Santa Barbara), wo er bis heute wissenschaftlich aktiv ist. Sein Oeuvre aus beinahe 60 Jahren Forscherkarriere umfasst mittlerweile knapp 300 Publikationen.

"In all seinen Veröffentlichungen blickt Kroemer auch auf die möglichen praktischen Anwendungen seiner theoretisch-physikalischen Ideen", machte Prof. Bechstedt deutlich. Damit habe der Nobelpreisträger die wissenschaftliche Arbeit und die junge Generation von Physikern, auch an der Friedrich-Schiller-Universität, nachhaltig beeinflusst. "Hier hat er nicht nur den ersten Vortrag nach seiner Nobelpreis-Verleihung gehalten", so Bechstedt weiter. "Hier sind auch viele seiner Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt worden."

 

Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Nobelpreisträger Prof. Dr. Herbert Kroemer durch den Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke und den Dekan Prof. Dr. Richard Kowarschik Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Nobelpreisträger Prof. Dr. Herbert Kroemer durch den Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke und den Dekan Prof. Dr. Richard Kowarschik

Für seine fundamentalen Beiträge auf dem Gebiet der Halbleiterheterostrukturen würdigte die Physikalisch-Astronomische Fakultät der Jenaer Universität den Ausnahmewissenschaftler Herbert Kroemer am 20. Mai 2008 mit der Ehrenpromotion. Der öffentliche Festakt fand in der Aula im Universitätshauptgebäude als einer der Höhepunkte der "Woche der Physikalisch-Astronomischen Fakultät" statt. Im Anschluss an die Laudatio des Prodekans Prof. Dr. Bechstedt hielt er einen Vortrag mit dem Titel "Von der Forschung zu den Anwendungen: Determinismus oder Opportunismus?"

Bereits am 19. Mai hielt Prof. Kroemer an der Fakultät einen wissenschaftlichen Vortrag zu seinem Spezialgebiet mit dem Titel "Heterostrukturen: Schlüsseltechnologie der Halbleiterphysik". Und die Jenaer Öffentlichkeit hatte 21. Mai Gelegenheit, mit ihm ins Gespräch zu kommen: Während einer Podiumsdiskussion im Volksbad (Knebelstraße 10) stellte er sich den Fragen von Studierenden und Professoren.

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