Prof. Dr. Konrad Goetz verstorben

Am 05.05.2020 ist Prof. Dr. Konrad Goetz im Alter von 81 Jahren verstorben. Konrad Goetz war von 1992 bis 2003 ordentlicher Professor für Experimentalphysik im Institut für Optik und Quantenelektronik. Aufgrund seiner Integrität und seines Charismas wurde ihm das Vertrauen als erster Dekan nach der politischen Wende entgegengebracht. Von 1997 - 2001 war er zudem Prorektor für Forschung der FSU.

Meldung vom: 25. Mai 2020, 09:53 Uhr

Prof. Dr. Konrad Goetz Foto: Fotozentrum der FSU Jena

Nachruf

 

Vor kurzem haben wir die traurige Nachricht vom Ableben von Prof. Konrad Goetz erhalten, der am 05.05.2020 gestorben ist.

 

Konrad Goetz studierte ab 1956 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Physik. Seine Diplomarbeit schloss er 1962 in der Arbeitsgruppe „Röntgenfeinstrukturanalyse“ ab. Bei Prof. M. Schubert promovierte er anschließend zu Untersuchungen über die Genauigkeit interferenz-optischer Analogieverfahren zur Fouriertransfomation unter besonderer Berücksichtigung von Lasern als Lichtquellen. Danach arbeitete er in der AG Röntgenfeinstrukturanalyse als wissenschaftlicher Assistent bei Prof. D. Unangst. Als dieser 1970 als Prorektor der FSU berufen wurde, übernahm Konrad Goetz die Leitung der Arbeitsgruppe. Die sehr erfolgreiche Leitung der Gruppe begründete sich u.a. durch seine persönliche Ausstrahlung, seine Vorbildwirkung als Wissenschaftler und seine exzellenten fachlichen Fähigkeiten. Er hatte die außerordentliche Gabe, komplizierte wissenschaftliche Zusammenhänge überzeugend und gut verständlich darzustellen. Seine wissenschaftlichen Überlegungen waren Ausgangspunkt vieler Qualifizierungsarbeiten in seiner Gruppe. Er nahm sich immer Zeit für fachliche Gespräche, die er mit seinen herausstechenden Ideen bereicherte. Eine von Prof. B. Wilhelmi initiierte Zusammenarbeit mit dem Lebedev-Institut des Nobelpreisträgers N. G. Basov in Moskau wurde von Konrad Goetz geleitet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstand seine Dissertation B (die einer heutigen Habilitationsschrift ähnelt) zur Anwendung der Röntgen-Phasentopographie auf Fragestellungen der Laserfusionsforschung. Diese Arbeit stellt die Pionierarbeit zur heute weit verbreiteten Phasenkontrasttopographie in der modernen Röntgenoptik dar. Weitere herausragende wissenschaftliche Ergebnisse waren die räumlich aufgelöste Röntgenspektroskopie laser-erzeugter Plasmen und Absolutmessungen von Spektrallinien im Röntgenbereich.

Vor 1989 hatte Konrad Goetz nicht die Position als Hochschulprofessor inne, die ihm aufgrund seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten, seiner breiten Allgemeinbildung und Qualifizierung sicher zugestanden hätte. Nach der politischen Wende hingegen wurde Konrad Goetz zum ordentlichen Professor der Universität Jena berufen. Bei der Wahl zum ersten Dekan der Nach-Wendezeit hat Konrad Goetz von den Angehörigen der Fakultät die meisten Stimmen erhalten. Seine fachliche Kompetenz, seine besonnene Art und seine persönliche Beliebtheit bei den Kollegen haben mit Sicherheit entscheidend zu diesem Wahlerfolg beigetragen. Seine wissenschaftliche Wirkungsstätte war jetzt das neu gegründete Institut für Optik und Quantenelektronik.

Wissenschaftlich war Konrad Goetz u.a. Leiter eines Teilprojekts im DFG-Sonderforschungsbereich 196 „Physik und Chemie optischer Schichten“. Seine Vorlesungen zur Strukturanalyse und Röntgenphysik erfreuten sich immer sehr großer Beliebtheit. Durch exzellente Vorträge zu aktuellen Forschungsrichtungen der Röntgenphysik hat er immer wieder neue Impulse für die Forschung in seiner Gruppe gesetzt. Darüber hinaus hat Konrad Goetz in der politischen Wendezeit den Neuanfang einer unabhängigen, freien Universität maßgeblich mitbestimmt. Aufgrund seiner Integrität und seines Charismas wurde ihm von den Kollegen das Vertrauen nicht nur als Dekan der Physikalisch-Astronomischen Fakultät (1990-1994) sondern auch als Prorektor der Universität 1997-2001 geschenkt.

Wir werden Prof. Konrad Goetz immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Christian Spielmann, Dekan PAF, Prof. Malte Kaluza, Direktor IOQ & Dr. Ingo Uschmann

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