Im Dialog mit Nobelpreisträger:innen: Nachwuchsforschung aus Jena in Lindau
Eine besondere Auszeichnung für zwei Nachwuchsforschende aus Jena: Dr. Maximilian Weißflog und Paulina Lohbeck aus dem Institut für Festkörperphysik (IFK) haben in diesem Jahr am 75. Lindau Nobel Laureate Meeting teilgenommen – dem renommiertesten interdisziplinären Treffpunkt der internationalen Wissenschaftsgemeinde.
Dr. Maximilian Weißflog beim Lindau Nobel Laureate Meeting
Foto: P. Lohbeck
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Meldung vom: | Verfasser/in: Ira Winkler
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Dr. Maximilian Weißflog bei seinem Vortrag zum 75. Lindau Nobel Laureate Meeting
Foto: P. LohbeckVom 28. Juni bis 3. Juli 2026 trafen sich in Lindau am Bodensee rund 75 Nobelpreisträger:innen und 600 ausgewählte junge Forschende aus aller Welt, um über wissenschaftliche Spitzenforschung und gesellschaftliche Verantwortung zu diskutieren.
Unter den Teilnehmenden: Dr. Maximilian Weißflog aus unserem Institut für Angewandte Physik sowie Paulina Lohbeck von der Arbeitsgruppe Photonic Nanomaterials des Institute of Solid State Physics (IFK). Beide haben sich durch herausragende Leistungen für diese einzigartige Veranstaltung qualifiziert.
Ein anspruchsvoller Auswahlprozess
Die Teilnahme am Lindau Meeting ist alles andere als selbstverständlich. Der Weg dorthin beginnt mit einer Nominierung durch die Alma Mater – in diesem Fall durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Anschluss folgt ein internationales Auswahlverfahren, bei dem nur die besten Nachwuchswissenschaftler:innen ausgewählt werden. Dass gleich zwei Forschende aus unserem Umfeld diesen Prozess erfolgreich durchlaufen haben, unterstreicht die hohe Qualität unserer Forschung und die internationale Sichtbarkeit unserer Arbeit.
Einblicke in eine einzigartige Atmosphäre
Für Maximilian Weißflog war die Teilnahme nicht nur wissenschaftlich, sondern auch persönlich ein Highlight: Er durfte seine PhD-Ergebnisse unter dem Titel „Splitting Photons: Generating Entangled Quantum Light in Nanostructured Materials" in einer Next Generation Science Session präsentieren – vor einem Publikum aus Dutzenden Nobelpreisträger:innen: „Ich werde wahrscheinlich nie wieder so viele Nobelpreisträger in meinem Vortragssaal haben".
Besonders beeindruckt hat ihn der Lindau-Spirit: eine Atmosphäre, in der Hierarchien verschwinden und Wissenschaft als gemeinsame, menschliche Aufgabe verstanden wird. Beim Abendessen gab es Gespräche mit John Martinis (Nobelpreis 2025 für Physik), beim Lunch einen Austausch mit Steven Chu (Nobelpreis 1997, ehemaliger US-Energieminister).
„Es fühlte sich fast ein bisschen unreal an – und dann merkt man: Auch Nobelpreisträger sind 'normale', bodenständige Menschen."
Neben den wissenschaftlichen Vorträgen standen auch gesellschaftlich relevante Themen auf dem Programm: Von der Rolle der Wissenschaft bei der Friedenssicherung bis hin zur Frage, wie Forschende das öffentliche Verständnis für wissenschaftliche Prozesse stärken können – auch wenn diese Unsicherheit und Iterationen beinhalten.
Außerdem ist Lindau eine Gelegenheit, über die Grenzen der eigenen Disziplin hinauszublicken: „Als Physiker bin ich normalerweise auf Konferenzen, die sich auf mein Fachgebiet konzentrieren. Hier trafen Nobelpreisträger:innen und junge Forschende aus allen Disziplinen zusammen – das hat völlig neue Perspektiven eröffnet.", so Maximilian Weißflog.
Ein Zeichen für unsere Forschungsqualität
Die Teilnahme von Maximilian Weißflog und Paulina Lohbeck am 75. Lindau Nobel Laureate Meeting ist mehr als nur eine persönliche Auszeichnung – sie ist ein Zeichen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Forschung. Wir gratulieren beiden herzlich zu dieser besonderen Leistung und freuen uns darauf, ihre weiteren wissenschaftlichen Wege zu verfolgen.
Hintergrund: Das Lindau Nobel Laureate Meeting
Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen wurden 1951 gegründet, um die wissenschaftliche Isolation Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg zu beenden. Heute sind sie ein globales Forum für Wissensaustausch, Nachwuchsförderung und Wissenschaftsdiplomatie. Jedes Jahr nehmen rund 600–700 Personen aktiv teil – darunter 30–40 Nobelpreisträger:innen (bei Jubiläumstagen bis zu 75) und etwa 600 ausgewählte Nachwuchswissenschaftler:innen aus aller Welt.