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Physikalische Kolloquien im Sommersemester 2012

letzte Aktualisierung: 16.04.2012

 

Das Physikalische Kolloquium findet jeweils um 17:15 Uhr im Hörsaal 1 Abbeanum, Fröbelstieg 1 statt.
Im Foyer besteht bereits ab 16:45 Uhr die Möglichkeit, mit dem Vortragenden bei Kaffee, Tee und Keksen ins Gespräch zu kommen.

 
23.04.2012

Prof. Dr. Karsten Danzmann
MPI für Gravitationsphysik Hannover

Das Kolloquium beginnt bereits um 16:15 Uhr.

Listening to the Universe with Einstein’s Gravitational Waves

More than 90 years ago, Einstein predicted the existence of Gravitational Waves as a consequence of his theory of General Relativity. They are minute distortions of space and time, created by rapidly accelerating large masses, and propagating at the speed of light. So far, they have never been directly detected. Several kilometer-size laser-interferometric gravitational wave detectors are currently operating on the earth, and one of them is GEO600 near Hannover. They will soon be joined by space detectors with armlengths of millions of kilometers. These mysterious waves are emitted by coalescing binary stars, neutron stars, supernovae, Black Holes and the Big Bang itself, and they will permit us views of the dark ages of the universe. Their observation requires modern laser technology and measurements at the quantum mechanical detection limit.

 

07.05.2021

Prof. Dr. Paul Corkum
NRC Ottawa, Kanada

 

 

Attosekunden-Laserphysik

About the speaker:

Professor Corkum is one of the leading scientists in the emerging field of attosecond laser physics. He has made major experimental and theoretical contributions to the field. One example is an article on photoelectrons that re-collide during ionization with the atom, a process that constitutes the basis of virtually all approaches to attosecond laser physics.  This article alone has been cited more than 2000 times in less than 20 years. Other famous papers include the attosecond streak camera, orbital imaging, and polarization gating to name just a few. Corkum's profound impact on the field is also reflected in an h-index of 61! He has received a number of prestigious awards and honors for his work.

Professor Corkum is an outstanding speaker with an ability to explain complex concepts to the non-expert. In his talk he will introduce the fundamentals and selected important results of attosecond laser physics.

14.05.2012

Prof. Dr. Jochen Walz
Universität Mainz

 

Antiwasserstoff
In unserem Universum gibt es – soweit wir wissen – keine Antimaterie. Dies ist ein Rätsel, wenn man davon ausgeht, dass beim Urknall gleichviel Materie wie Antimaterie entstanden ist.  Im gegenwärtigen physikalischen Weltbild – dem Standard-Modell der Teilchenphysik – gibt es nämlich eine perfekte Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie.
Präzisionsexperimente bei niedrigsten Energien können diese
grundlegende Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie mit ungekannter experimenteller Genauigkeit prüfen. Bedeutende aktuelle Ziele sind dabei die höchstauflösende
Laserspektroskopie von Antiwasserstoff und die präzise Messung des magnetischen Moments des (Anti-)Protons. Besonders faszinierend sind darüber hinaus auch Experimente zur Fallbeschleunigung von Antiwasserstoff.  Hier gibt es die Chance, das Einsteinsche Äquivalenzprinzip erstmals mit Antimaterie zu testen.

21.05.2012

Prof. Dr. Hanns Ruder
Universität Tübingen

          

Dunkle Materie, dunkle Energie - moderne Entwicklungen in der Kosmologie

Wie entstand das Universum? Wie hat es sich entwickelt? Was bringt die Zukunft? Viele neue Beobachtungsergebnisse haben unser Weltbild, wie es noch in den 90er Jahren dargestellt wurde, total verändert, zum Teil sogar auf den Kopf gestellt. Hochgenaue Messungen der Temperaturfluktuationen der Kosmischen Hintergrundstrahlung durch die Satelliten WMAP und Planck und die Beobachtung weit entfernter Supernovae mit Hilfe des Hubble-Space-Teleskops haben die Standardvorstellung von unserem Kosmos verändert. Neben der positi­ven Botschaft, dass wir jetzt die Parameter unseres Universums sehr genau kennen, werden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass unser Universum beschleunigt expandiert, und dass die uns bekannte baryonische Materie nur 4 % des Inhalts des Universums ausmacht; die restlichen 96 % verstehen wir nicht.

 

04.06.2012

Prof. Dr. Tilmann Plehn
Universität Heidelberg

 

A Theorist's Take on LHC

For a while LHC has been answering many of our physics questions. After a brief and general introduction I will focus on three aspects of LHC physics. First, simple observables like the number of jets produced from quarks and gluons can still surprise us by looking at odds with textbook results. Second, hints for the existence of a Higgs boson are accumulating, giving us hope for one of the great discoveries in fundamental physics. Finally, theorists have good reasons to link the existence of such a Higgs boson to a possible observation of dark matter particles at the LHC. Unfortunately, that task might be harder than we hoped for.

Seit einiger Zeit beantworten LHC-Experimente viele Fragen zu fundamentaler Physik. Nach einer kurzen allgemeinen Einleitung werde ich mich auf drei Aspekte von LHC-Physik konzentrieren. Erstens scheinen uns einfache Observablen wie die Anzahl von Jets als abgestrahlte Quarks und Gluonen noch dadurch überraschen zu können, dass sie nicht mit Textbuch-Ergebnissen übereinzustimmen scheinen. Zweitens häufen sich Hinweise auf die Existenz eines Higgs-Bosons, die zu einer der großen Entdeckungen in fundamentaler Physik führen könnten. Und schließlich gibt es gute theoretische Gründe, die Existenz eines solchen Higgs-Bosons mit der Beobachtung von Dunkle-Materie-Teilchen am LHC zu verknüpfen. In diesem Fall brauchen wir allerdings scheinbar einen längeren Atem.

18.06.2012

Prof. Dr. R. Müller
TU Braunschweig



Physik in Alltagskontexten lehren

Meist wird die Physik in einer hochgradig abstrahierten und von Kontexten entkleideten Form gelehrt („Massepunkte und masselose Federn“). Dabei geht für den Lerner oftmals der Bezug zu dem verloren, was Physik ihrem Wesen nach leisten kann: Erfahrungen in unserer Umwelt besser verstehen und vertraute Phänomene neu zu entdecken. Im Vortrag werden Beispiele vorgestellt, wie man Physik in authentischen Kontexten lehren kann und über erste Ergebnisse einer empirischen Untersuchung mit Haupt- und Nebenfachstudierenden berichtet.

02.07.2012
18 Uhr c.t.
Aula

Prof. Dr. Malte Kaluza
Institut für Optik und Quantenelektronik, FSU Jena

Antrittsvorlesung
Teilchenbeschleunigung mit Hochleistungslasern
Die Entwicklung von Hochleistungslasern, die Spitzenleistungen von eingen 100 TW erreichen aber dennoch kompakt genug sind, um in ein Universitätslabor zu passen, hat die Teilchenbeschleunigung in den letzten Jahren revolutioniert. Elektronen können über Strecken von nur wenigen Zentimetern auf Energien von mehr als 1 Gigaelektronenvolt beschleunigt werden - Energien, für die sonst kilometerlange Beschleuniger notwendig sind. Auch die Beschleunigung von Ionen mit Lasern könnte für einige Anwendungen in der Zukunft neue Horizonte eröffnen. In dieser Vorlesung werde ich sowohl aktuelle als auch mögliche zukünftige Entwicklungen auf diesem hochaktuellen Gebiet der Physik diskutieren.

 

16.07.2012

Dr. Markus Mugrauer
Astrophysikalisches Institut, FSU Jena

Habilitationsvorstellung
Beobachtungen zur Planetenentstehung

Mittels direkter Abbildung im nahen Infrarot konnten wir zahlreiche Mehrfachsternsysteme mit Exoplaneten detektieren. Die Untersuchung der Häufigkeit dieser Systeme wie auch der Eigenschaften ihrer Exoplaneten liefert wichtige Erkenntnisse über den Einfluss stellarer Multiplizität auf den Entstehungs- und Entwicklungsprozess von Planeten. Im zweiten Teil des Vortrags wird eines neues Beobachtungsprojektes des AIU präsentiert, in dem mit adaptiver Optik bei jungen T-Tauri Sternen in der Lupus-Sternentstehungsregion nach sub-stellaren Begleitern (Braune Zwerge und Planeten) gesucht wird. Durch den Einsatz modernster Beobachtungstechniken am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile sind dabei noch sub-stellare Begleiter mit sehr geringen Abständen zu ihren Muttersternen bis hinunter an die Beugungsgrenze des VLT detektierbar.