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Volkswagenstiftung fördert neue Nachwuchsgruppe am Theoretisch-Physikalischen Institut


 

Grenzen in Quantenmechanik und Gravitation überschreiten

Physiker Dr. André Großardt erhält mit knapp einer Million Euro gefördertes Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung für gewagte Forschung an der Universität Jena


Zu Quantenmechanik und Gravitationstheorie besteht nicht nur bei vielen Laien Ratlosigkeit, auch für Physiker liegen dazwischen Welten. Während bei ersterem Moleküle mit 800 Atomen die größtmögliche Untersuchungseinheit bilden, werden zum Erforschen der Gravitationskraft erst Massen ab mehreren hundert Gramm relevant. "Das entspricht in etwa dem Verhältnis eines Salzkorns zum Mount Everest", erklärt Dr. André Großardt. Der theoretische Physiker möchte diese Diskrepanz deutlich verringern, "um in der Zukunft die Wechselwirkung von Quantenmechanik und Gravitation experimentell untersuchen zu können." Für das außergewöhnliche Vorhaben erhält er nun von der VolkswagenStiftung ein Freigeist-Fellowship am Institut für Theoretische Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Stiftung fördert das Projekt "Dekohärenz in gravitierenden Quantensystemen und Quantensystemen im Gravitationsfeld" über fünf Jahre mit einer Summe von rund 960.000 Euro. Aus rund 90 Bewerbungen aller Fachrichtungen wurden acht Fellows mit unkonventionellen und gewagten Forschungsideen ausgewählt.

Offene Fragen der theoretischen Physik klären

Großardt, der derzeit noch an der Queen's University Belfast in Nordirland forscht, wird dafür ab dem kommenden Jahr an der Uni Jena eine Nachwuchsgruppe mit drei Doktoranden leiten. "Bislang gibt es für die allgemeine Relativitätstheorie keine Quantenbeschreibung. Umgekehrt wird auch die Quantenmechanik nur ohne Berücksichtigung der Gravitation untersucht", erläutert er. "Wir möchten bedeutende offene Fragen der theoretischen Physik klären und damit den Grundstein für Experimente legen, die bald möglich sein könnten."



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