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Sternenglanz für Jenaer Forscher


Physiker vom Theoretisch-Physikalischen Institut erforschen die theoretischen Grundlagen für die Beobachtung der Graviationswellen /Neutronenstern-Kollision am Modell vorhergesagt

Vor gut 130 Millionen Jahren kollidierten zwei Neutronensterne in der Galaxie NGC 4993. Die gigantische Explosion dieser extrem dichten Himmelskörper wurde am 17. August dieses Jahres von zahlreichen Observatorien weltweit aufgezeichnet. Für Physiker und Astronomen wurde das Himmelsphänomen, das jetzt verkündet wurde, zu einer wahren Sternstunde; ein Teil des Glanzes fällt auch auf die Universität Jena.

"Die Kollision der beiden Neutronensterne konnte beobachtet werden, weil zunächst die Gravitationswellen aufgezeichnet wurden, die dem kosmischen Ereignis vorausgingen", sagt Prof. Dr. Bernd Brügmann von der Universität Jena. Der Inhaber des Lehrstuhls für Gravitationstheorie spricht von einer einzigartigen globalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die den bahnbrechenden Erfolg ermöglichte.

Die Entdeckungen beruhen auf möglichst exakten Vorhersagen durch Modelle

Wie Prof. Brügmann sagt, beruhen die jüngsten Entdeckungen in den Weiten von Zeit und Raum zunächst auf möglichst exakten Vorhersagen durch Modelle, die in der Theoretischen Physik u. a. in Jena erarbeitet werden. Für die Kollision von Neutronensternen entwickelt die Arbeitsgruppe von Brügmann Computerprogramme, die auf einigen der größten Supercomputer Europas laufen. An den Anfang der Woche veröffentlichten, bahnbrechenden Ergebnissen zu Gravitationswellen ist so auch Dr. Tim Dietrich beteiligt, der in Jena promovierte und 2017 einen Promotionspreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielt. Dietrich forscht in Kooperation mit Jena am Albert-Einstein-Institut in Potsdam weiter zur numerischen Relativitätstheorie. Zukunftsweisend ist zudem das Promotionsthema von Reetika Dudi, Doktorandin im Graduiertenkolleg für Quanten- und Gravitationsfelder in Jena, die an der numerischen Datenanalyse für Gravitationswellen von Neutronensternen arbeitet. Davon kann so mancher Doktorand nur träumen. Noch vor kurzem war dieses Thema für die LIGO/Virgo-Kollaboration nur eines unter vielen, bis die verblüffende Entdeckung genau solch einer Quelle ihr Thema in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Durch Dudi und Dietrich hat die Universität Jena ihren Anteil am Sternenglanz der neuesten Gravitationswellenforschung.

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